Einblicke in Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen sind die häufigste Form von Autoimmunerkrankungen. Im Blut der Patienten lassen sich Autoantikörper nachweisen, die gegen verschiedene Schilddrüsenproteine gerichtet sind und deren Funktion beeinträchtigen. Charakteristisch für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind Antikörper gegen Schilddrüsenmikrosomen mit dem Hauptantigen Thyreoperoxidase (Anti-TPO) sowie Antikörper gegen Thyroglobulin (Anti-TG) oder den Rezeptor für das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TRAb). Die beiden Hauptformen sind die Hashimoto-Thyreoiditis und der Morbus Basedow, die die Schilddrüsenfunktion jeweils auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen. Die Hashimoto-Thyreoiditis führt aufgrund der Zerstörung der Schilddrüse zu einer Schilddrüsenunterfunktion, während der Morbus Basedow durch eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Schilddrüsenproteine wie Thyreoperoxidase (TPO) und Thyroglobulin (Tg).
Wird TPO durch die Bindung spezifischer Antikörper gehemmt, wird weniger Schilddrüsenhormon produziert, was zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt. Aufgrund der engen funktionellen Beziehung zwischen den beiden Enzymen treten Antikörper gegen TPO und Tg häufig gemeinsam auf. Erhöhte TPO-Antikörpertiter finden sich bei 90 % der Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis und können auch bei Patienten mit autoimmuner Hyperthyreose (Morbus Basedow) nachgewiesen werden.
<p>Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste autoimmune Schilddrüsenerkrankung und eine der Hauptursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion.</p>
Key figures
350
Millionen Menschen weltweit leiden an einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung
5-10%
beträgt die Prävalenz der Hashimoto-Thyreoiditis in der Allgemeinbevölkerung
5:1
ist das Verhältnis von betroffenen Frauen zu Männern
Wie diagnostizieren wir autoimmune Schilddrüsenerkrankungen?
Die Diagnose von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen umfasst eine klinische Untersuchung, eine Bildgebung der Schilddrüse (Ultraschall), Schilddrüsenfunktionstests und den Nachweis spezifischer Autoantikörper.
Bei den Schilddrüsenfunktionstests deuten erhöhte Werte des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) und niedrige Werte des freien Thyroxins (FT4) auf eine Hypothyreose hin, wobei hohe Konzentrationen von Anti-TPO- und Anti-TG-Antikörpern auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hindeuten.
Wissen & Wissenschaft
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Geräte zur Diagnose von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen
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Literaturverzeichnis
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